Nachtgespräche

Du hättest kein Problem damit einfach nicht zu existieren sagst du. Du wirst dir nie das Leben nehmen, das findest du egoistisch, und darum geht es auch nicht. Du meinst, einfach nie da gewesen. Einfach weg, einfach nicht existent. Nie geboren.

Das ist witzig spannend. Einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch schonmal. Ich fand ihn zu böse, um ihn auszusprechen… irgendwie. Denn manchmal, da wünsche ich mir du wärst einfach nicht da. Ich meine nicht, dass du gehst, denn dann würde ich dich ja vermissen. Die Vorstellung die Kinder an der Wohnungstür an dich zu übergeben, ist die absurdeste Vorstellung, die es für mich gibt. Ich meine einfach nicht da, eben nie da gewesen. Nicht existent, in meinem Fall in meinem Leben. Nie aufgetaucht.

Aber du bist da. Und ich will nicht, dass du gehst. Du würdest mir fehlen. Und den Kindern. Es ist nur so, dass es einfacher wäre. Manchmal. Glaube ich.

Ich hatte mal einen Plan. Der beinhaltete mich alleine mit der Großen. Und dann kamst du. Und ich hatte nie die Gelegenheit herauszufinden, ob mein Plan funktioniert hätte. Ich glaube er hätte es, wenn ich mir uns jetzt so anschaue. Und manchmal wünschte ich, ich könnte es herausfinden. Aber dann gäbe es die Kleine nicht und das wäre schade. Und wer weiß, wozu das hier gut ist.

Ich glaube, ich musste in dein Leben kommen. Ich glaube, das hat einen Grund. Denn wer könnte dich so lieben, wie ich es tue?! Niemand vor mir, niemand nach mir. Und vielleicht musstest du in mein Leben kommen. Wer weiß schon wozu das gut ist. Von der Liebe könnte ich auf jeden Fall mehr gebrauchen, als du geben kannst. Dafür weiß ich, dass sie da ist. Immer. Daran muss ich nie zweifeln. Vielleicht ist es auch das, was ich brauche. Einen Felsen. Ein bröckeliger Felsen, aber ein Felsen. Denn ich hatte nie einen. Die Feststellung wiederum klingt ungesund. Aber so fühlt es sich nicht an. Das ist schon okay so. Irgendwie.

Wir wollen etwas ändern, sagen wir. Wir verpassen unser Leben, stellen wir wiederholt fest. Dann ist es halb zwei und wir gehen ins Bett. Ich stehe morgens früh auf, frühstücke mit den Kindern. Du bist eingeschnappt, weil wir dich nicht geweckt haben. Wir gehen aneinander vorbei. Wir ändern nichts, es ist wie immer. Jedenfalls heute. Heute bist du mir immernoch fremd. Obwohl ich dich kenne, wie niemand sonst. Ich liebe einen Fremden, den ich irgendwann wieder treffen werde. Ganz zufällig, in meiner Wohnung. Höchstwahrscheinlich in meinem Bett, denn da fängt es immer wieder an. Dieses Kennenlernen. Mit der Liebe von der du so viel hast und wenig zeigen kannst.

Weiß der Geier, was das mit uns ist. Aber irgendwie funktioniert es. Auch wenn’s nicht so aussieht.

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