Fragen

Gestern warst du also da, nachdem du einen Tag geschlafen  hattest. Heute bist du da, 7.30Uhr aufgewacht und wach geblieben. Ich staune, nehme das aber einfach mal so an. Und doch ist mir nach diesem Tag etwas im Kopf geblieben…

Die Kinder fragen nichtmal mehr. Einmal am Samstag die Frage „Papa, wenn du noch mit zur Eisbahn kommen willst, die du gestern gebaut hast, musst du jetzt aufstehen“ dann gehen wir raus. Allein. Danach, davor keine Fragen. Nicht beim Abendbrot, nicht beim zu Bett bringen.

Ich habe aber ein paar:

Ist das jetzt gut? Heißt das, sie haben es einfach akzeptiert? Heißt das, das ist okay für sie? Denken sie das sei normal? Projizieren sie das irgendwann auf jeden Mann? Dass es okay ist, dass sie alles tun, während ihr Liebster sich den Arsch wundliegt? Oder können sie das differenzieren, wenn man es ihnen erklärt? Was macht das Unterbewusstsein, was der Verstand? Haben sie nur aufgegeben? Wissen sie, dass ich die Antwort nicht habe? Wollen sie mich verschonen? Reicht es, dass ich als Konstante da bin?

Oh ich wünsche mir so sehr, dass sie trotz allem psychisch gesund aufwachsen. Ich arbeite so sehr an mir und bete, dass es reicht. Dass ich reiche, um den Schmerz aufzufangen und zu lindern. Ich gebe, was ich kann. Und bete, dass es reicht.

Allgemein

4 Comments Hinterlasse einen Kommentar

    • Ja, das versuche ich bzw versuchen wir. Wenn es mal Thema ist, dann heißt es immer „Papa ist krank im Herzen“. Im Herzen ist ihr Synonym für Gefühle irgendwie. Finde das passt ganz gut. Ein gebrochenes Bein lässt sich eben leichter erklären, die unsichtbaren Krankheiten sind da etwas schwieriger.

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  1. Ich finds interessant das mal von einer anderen Seite zu lesen. Obwohl ich die andere Seite eigentlich auch kenne: Mutter Alkoholikerin und Vater mit schwerer Angststörung. Da versteht man auch als Erwachsene oft nicht: warum verhält der so so (oder eben nicht).
    Ich wurde ziemlich coabhängig und habe mich auf meinen Weg gemacht.
    Darf ich fragen wie alt ihr beide seit?
    Gute Zeit! 😉

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    • Ich hoffe eben, dass ich die beiden auffangen kann, sodass sie lernen mit der Unzuverlässigkeit ihres Papas so umzugehen, dass sie es als das annehmen können was es ist: eine Krankheit. Etwas, das nichts mit ihnen zutun hat. Das wiederholen wir hier Mantraartig wann immer es akut Thema ist. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch und eben auch ein Mensch, der auch hin und wieder verletzt ist vom Verhalten meines Freundes. Da die Balance zu finden ist manchmal echt schwer und an manchen Tagen auch nicht möglich.
      Wir sind 26 und 29

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